Techniken & Strategien

Hier finden Sie einige Hinweise zu allgemeinen Lehr-/Lernstrategien und -techniken.

Lesestrategien

Lesekompetenz im Tutorium

Die Herausforderungen beim Lesen wissenschaftlicher Literatur sind mit der Quantität des zu lesenden Stoffs, mit der Komplexität eines Textes und seiner Funktionalität verbunden. Die Lektüre erfolgt meistens in kurzen Zeitintervallen und der komplexe Inhalt muss in seiner Struktur sowie seinem Ziel durchdrungen werden, sodass im Tutorium ein Diskurs entstehen kann.

Für die Arbeit mit Texten im Tutorium ergeben sich dann folgende Fragen:

  • Warum sollen die Studierenden den Text lesen?
  • Was zeichnet den Text aus?
  • In welchem Kontext ist der Text entstanden?
  • Worauf bezieht sich der Text?
  • Mit welcher Fragestellung sollen die Studierenden den Text lesen?
  • Mit welcher Technik soll die Speicherung der Textinformationen unterstützt werden?

Trailer-Technik

Die Leitung stellt eine möglichst spannende Geschichte zu dem zu lesenden Text dar. Die Teilnehmenden werden dann in den Text gelockt, wie durch den Kinotrailer eines Filmes. Die Mittel der Darstellung stehen der Leitung frei.

Kursorisches Lesen

Bei diesem überfliegenden Lesen geht es darum, im Schnelldurchgang so viel wie möglich vom Textinhalt zu erfassen. Die Studierenden verschaffen sich damit einen Überblick über die wesentlichen Informationen des Textes und seinen Aufbau. Sie konzentrieren sich dabei auf Einleitung, erste Sätze von Absätzen, schlussfolgernde Absätze, hervorgehobene Textelemente und Überschriften, Fachbegriffe, das Umfeld von Aufzählungen (»erstens…«) sowie auch bereits auf Teile des Fließtextes.

Fragen an den Text stellen

Die Leitung formuliert Fragen an den Text, die dann als Vorlage für den Arbeitsauftrag im Tutorium dienen sollen. Wichtig dabei ist, das Lernziel der Stunde immer im Auge zu behalten (Was sollen die Studierenden mit der Lektüre erreichen?).

Beispielfragen:

  • Geht es um die Informationen in dem Text oder um die Position der Verfasserin oder des Verfassers zu dem Thema?
  • Geht es um die Argumente oder die Argumentationsstruktur des Textes?
Visualisierungstechniken

Visualisierungstechniken können die Informationsverarbeitung im Gehirn unterstützen. (Neue) Informationen werden durch das Visualisieren so elaboriert, dass sie in unserem (Langzeit-) Gedächtnis gespeichert werden können. Das Erlernte wird in Bilder übersetzt, dadurch können komplexe Zusammenhänge vereinfacht werden. Es entstehen Querverbindungen zwischen Informationen, die gruppiert werden können (Cluster-Techniken). Zudem werden Inhalte in eine dokumentierbare Form gebracht, die schnell abgerufen werden kann.

Mind-Map
Eine Mind-Map ist eine spezielle Art, sich übersichtliche Notizen zu machen. Sie ist eine übersichtliche Karte, die das Hauptthema sofort erkennbar machen soll. Im Zentrum steht das Thema/ein wesentlicher Aspekt und von da aus verzweigen sich alle Gedanken. In dieser Darstellung der Verzweigungen kann man übersichtlich lernen, planen und organisieren, auch Referate und Präsentationen strukturieren.

Concept-Map
Begriffe werden in einer Concept-Map weniger spontan verkettet als in einer Mind-Map. Sie sind das Ergebnis eines analytischen Denkprozesses. Concept-Maps bestehen aus Begriffen (Knotenpunkten), Pfeilen (Verbindungen) und Pfeilbeschriftungen (trägt dazu bei…, hat Einfluss auf…). Durch die räumliche Anordnung und die Verbindungslinien werden die einzelnen Elemente in Beziehung gesetzt.

Mind-Map 2.0
In online erzeugte Mind-Maps lassen sich Hyperlinks, Symbole oder Bilder einfügen, auch grafische Verbindungen zwischen den einzelnen »Zweigen« können dargestellt werden. Mit Exportfunktionen lassen sich die Ergebnisse unter anderem als XHTML abspeichern. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer können gleichzeitig an der Mind-Map arbeiten. Die entwickelten Verzweigungen sind dann für alle sichtbar.

Wiederholungstechniken

Wiederholungstechniken – kleine Methoden mit großer Wirkung

Wiederholungstechniken sind eine große Stütze bei dem Auffrischen und Rekapitulieren des Gelernten. Wiederholungstechniken können nach jedem Themenabschnitt, aber auch nach einem oder mehreren Themenblöcken eingesetzt werden. Sie helfen einer strukturierten Prüfungsvorbereitung und festigen das Gelernte.

Wenn diese Methoden in Gruppen durchgeführt werden, fördern sie den inhaltlichen Austausch unter den Teilnehmenden und öffnen vielfältige Perspektiven auf das Thema.

Wiederholungstechniken

Die bekanntesten Begriffe
Jede Person überlegt sich die Begriffe, die aus ihrer Sicht bei einem bestimmten Thema für alle bekannt sein sollten. Danach werden die Ergebnisse im Plenum verglichen und diskutiert.

Mein Steckenpferd
Die Teilnehmenden suchen sich jeweils ihr Lieblingsthema oder eine Aufgabe aus, die ihnen am meisten liegt, und präsentieren ihre Gedanken kurz der Gruppe. Danach können Fragen gestellt und Unklarheiten geklärt werden.

Suchsel
Mithilfe eines online-Programms wird eine Art Worträtsel aus ausgesuchten Begriffen zusammengestellt. Die Teilenehmenden haben die Aufgabe, die Begriffe innerhalb der vorgegebenen Zeit zu finden und im Anschluss thematisch einzuordnen. (www.suchsel.net)

Spickzettel
Durch die Darstellung in Stichpunkten oder Schaubildern und durch die Reduktion des Stoffes auf einen Spickzettel werden die Inhalte automatisch verinnerlicht. Ein Spickzettel kann zur Wiederholung von Inhalten z. B. vor einer Prüfung angewendet werden oder zur Textarbeit, indem die wichtigsten Thesen des Textes in Stichpunkten übersichtlich zusammengefasst werden (Statements, Tabellen, Skizzen oder sonstige Schaubilder).

Zeitmanagement

Zeitmanagement im Tutorium

Ein gutes Zeitmanagement ist für die Vorbereitung eines (semesterbegleitenden) Tutoriums von enormer Bedeutung.

Eine bewusste Planung der studentischen Lehrtätigkeit berücksichtigt auch jene Herausforderungen des eigenen Studienalltags, die es auch zu bewältigen gilt. Vor allem eine bewusste Zielsetzung kann helfen, den roten Faden der Veranstaltung durch das Semester zu bewahren und zum Erfolg im Tutorium und im Studium führen. Hierzu sind nicht nur inhaltliche Ziele zu berücksichtigen (Was muss vermittelt werden), sondern auch Wie ich etwas vermitteln will (Welche Methoden passen zu welchen Inhalten? Welche Medien brauche ich dazu?). Zudem spielen noch die persönlichen Ziele eine Rolle: Will ich meine Frustrationstoleranz optimieren? Bin ich ein Perfektionist? Über welche Lehrstrategien verfüge ich schon? Welche möchte ich ausbauen?

Zeitmanagement-Strategien

ALPEN-Prinzip
Aufgaben, die zu erledigen sind, werden notiert, deren Länge wird realistisch eingeschätzt, Pufferzeit wird für Unerwartetes und für Pausen eingeplant, Entscheidungen über die Reihenfolge der Aufgaben werden getroffen, es erfolgt eine Nachkontrolle in terminierten Zeitabständen (Was soll ich in den nächsten Tag hinübernehmen?)

Eisenhower-Prinzip
Eine Methode, um bevorstehende Aufgaben einzustufen und zu priorisieren. Die Aufgaben werden in A-, B-, C- oder D-Aufgaben unterteilt. A steht für wichtig und dringend, B für wichtig, aber nicht dringend (sie müssen also nicht sofort erledigt werden, aber es sollen Fristen gesetzt werden), C steht für nicht wichtig, aber dringend (solche Aufgaben können delegiert werden, z.B. Beamer und Laptop montieren und ausprobieren, kann ruhig von einem Studierenden erledigt werden). D-Aufgaben sind welche, wovon wir uns verabschieden sollten, weil sie unsere Zeit vergeuden.

Eine Leistungskurve erstellen
Eine Leistungskurve kann dabei helfen, Aufgaben, die zu erledigen sind, dem eigenen Biorhythmus anzupassen.

Folgende und ähnliche Fragen werden beantwortet:

  • Wann bin ich am meisten fokussiert?
  • Wann lerne ich am besten?
  • Wann werde ich am wenigsten abgelenkt?
  • Wann geht meine Kurve in den negativen Bereich?