Weitere Tipps…

Hier finden Sie weitere Hinweise und Tipps, die für die Durchführung Ihrer Tutorien hilfreich sein können.

Diversität im Tutorium

Diversitätsdimensionen nach AGG

(Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)*

  • Ethnische Herkunft
  • Geschlecht
  • Religion oder Weltanschauung
  • Behinderung
  • Alter
  • Sexuelle Identität
  • Weitere Diversitätsdimensionen nach Gardenswartz und Rowe*
Quelle: www.bmfsfj.de / BMFSFJ /gesetze,did = 81062.html
Rückseite nach: Gudrun Perko, und Leah Carola Czollek, Alice-Salomon-Hochschule
Berlin: Gender und Diversity gerechte Didaktik: ein intersektionaler Ansatz.
Gender und Erwachsenenbildung – Zugänge, Analysen und Maßnahmen, Nr.3, 2008.
(www.erwachsenenbildung.at/magazin)

Diversität im Tutorium

Diversität im Tutorium meint das Erkennen und Anerkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Teilnehmenden und die Gestaltung einer diskriminierungsfreien, offenen und respektvollen Lernumgebung bei gleichzeitiger Berücksichtigung eigener Diversitätsgrenzen. Diversitätskompetenz der Tutor_innen heißt, die Vielfalt der Teilnehmenden als didaktischen Ausgangspunkt für die Gestaltung der tutoriellen Arbeit und als Chance für die Unterstützung eines selbstständigen Lernens wahrzunehmen.

Tipps zur diversitätsorientierten Tutoriumsgestaltung

  • Eine gleiche Ausgangsposition für alle schaffen – nicht nur alle gleich behandeln (z. B. Abfrage von Vorwissen)!
  • Schaffen einer offenen Lernatmosphäre als gemeinsame Gruppenaufgabe verstehen (z. B. ein Gruppenvertrag).
  • Diversitätsdimensionen während der Planung und Vorbereitung des Tutoriums berücksichtigen (z.B. barrierefreie Zuwegungen zu den Räumen, Visualisierung, Lautstärke).
  • Eigene Erfahrungen und Vorannahmen reflektieren (z.B. Stereotype und Vorurteile hinterfragen).
  • Individuelle Teilnehmerorientierung anstreben (z. B. Erwartungsabfrage und offene Feedbackkultur).
  • Methodenvielfalt anbieten und unterschiedliches Lerntempo
    berücksichtigen (z.B. Einzel- und Gruppenarbeit).
  • Vielfalt als Ressource nutzen (z.B. auf Fachexpertise der Teilnehmenden zurückgreifen).
  • Diskriminierungen entgegen wirken (z.B. Fördern des gegenseitigen Kennenlernens der Teilnehmenden, Sensibilisierung für Dimensionen der Diversität).
  • Diversitätssensible Sprache verwenden (z.B. Alternative Personenbezeichnungen, Doppelnennung oder Großes Binnen-I verwenden).
  • Informieren (z.B. über Nachteilsausgleiche, International Center, andere Unterstützungsangebote).
Motivation

Motivation im Tutorium

Studierende motivieren oder unterstützen, mit Begeisterung zu lernen, bedeutet, sie unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Erwartungen und Ziele zu einem aktiven und erfolgreichen Lernverhalten zu bewegen. Viele unterschiedliche Motive beeinflussen die persönlichen Einstellungen, das persönliche Bild vom Lernerfolg und die Lernbereitschaft der Teilnehmenden. Die Möglichkeiten der Tutoriumsleitung sind zeitlich und gestalterisch begrenzt. Mithilfe von einfachen Techniken kann der Lernprozess im Tutorium motivierend gestaltet werden. Die Aufgabe der Teilnehmenden bleibt es, sich auf die motivierende Gestaltung einzulassen und sich am Lernen aktiv zu beteiligen.

Open Educational Resources (OER)

Open Educational Resources (OER) im Tutorium

Unter dem Begriff Open Educational Resources (OER) werden Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium (Arbeitsblätter, ganze Bücher, Videos, Poscasts, Code, ganze Kurse…), die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden, zusammengefasst. Nur solche Materialien, deren Lizenz den kostenlosen Zugang, die kostenlose Nutzung, die Bearbeitung und die Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen erlaubt, sind echte OER-Materialien.

Lehrmaterialien teilen, sie kostenlos zur Verfügung, Wiederverwendung oder sogar zur Veränderung freigeben – all das folgt, genau wie lizenzfreie Software, dem „Open Source“-Ideal. Open Educational Resources (OER) bieten die Chance, auf bereits bestehende Lehrinhalte zuzugreifen, diese für die eigene Veranstaltung anzupassen und zu verändern. Sie können so sowohl das Lehren als auch das Lernen im Tutorium und in anderen Lehrveranstaltungen verbessern. Von einer offenen Lehrpraxis profitieren Tutor_innen und Teilnehmende auch über das frei zugängliche Material hinaus, indem die Rahmenbedingungen des Tutoriums didaktisch offen, partizipativ und transparent gestaltet werden. Eine etablierte Fehlerkultur und didaktisches Wissen helfen bei der Umsetzung offener Lehrpraktiken.

Tipps dazu, wie und wo sich Lehrmaterialien frei nutzen, teilen und weiterentwickeln lassen, hält dieser Blogartikel bereit.